Stressbewältigung als moderne Form der Buße

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Der Vormittag ist schon vorangeschritten. Ich habe mit einer Mitarbeiterin zu lange geratscht. Muss auch mal sein. Aber ich wollte doch gerade heute Vormittag noch soviel tun. Endlich habe ich mal Zeit für den nervigen Kleinkram. Jetzt stehe ich schon wieder unter Druck. Ich hasse das! Kann ich denn nie ganz normal arbeiten? Immer pressiert es! Da will einer seine mail „zeitnah“ beantwortet haben. Dann klingelt es an der Tür, die Frage:“Könnte ich heute Nachmittag den Beamer holen?“ „Nein, heute Nachmittag geht´s nicht. Wie schaut es morgen Vormittag aus?“ Ok, ich kann die Sache regeln und kehre zurück an den Schreibtisch. Wo war ich gleich wieder stehen geblieben? Auch, ja! Und gleich sind Schulter und Nacken verspannt: Die blöde email wartet auf Anwort, aber ich müsste dafür eigentlich noch zwei Dinge abklären. Mist! Ich habe schon wieder die Nase voll!
Kommen Dir diese Gedanken bekannt vor? Dann ist es wichtig sich kurz einmal Zeit zu nehmen. Ich setze mich einfach hin und spüre, wo sich der ganze Druck in meinem Körper festgesetzt hat. Natürlich: Die Schulter, der Nacken, aber auch der Rücken, die Schulterblätter. Es schmerzt richtig! Es macht keinen Spaß! Ich lasse das alles mal da-sein. Es schmerzt immer noch, aber ich weiß jetzt, was mit mir abläuft. Ich kann einfach nicht anhalten und mal Pause machen mit dem ganzen Druck. Jetzt kann ich´s. Toll! Jetzt hat Gott die Chance, in mir mal seinen Blickwinkel da-sein zu lassen. Gott sagt: Du brauchst Dir nichts zu beweisen! Lass es genug sein mit der Aussicht, dass ich Dir helfen werde. Wie ich das tue, sage ich Dir noch nicht. Lass Dich einfach auf Dein Leben ein so wie es ist. „Lass dir an meiner Gnade genügen, meine Kraft vollendet sich in der Schwachkeit.“ (2. Kor 12,9, Lutherübersetzung 2017) Es ist gut, Gott machen zu lassen!